ZulieferMarkt April 2007


Datum : 07/01/07 | Kategorie : Presseartikel

Ordentlich ausmisten!
Systemlieferanten           übernehmen              komplette Verbindungstechnik

Der Teilepreis für Verbindungselementein Automobilen beträgt nach einer Studie von Volvo Göteborg nur etwa 15 Prozent der Gesamtkosten für den Fügeprozess.
Mit 85 Prozent entfällt demnach der weitaus größere Teil auf Kosten für Transport, Logistik, Lagerung, Handling, Overhead und Einbau. Das Geschäftsmodell von Systemlieferanten verspricht hier ordentlich auszumisten und trotzdem alle Verbindungselemente ordnungsgemäß im Fahrzeug einzubauen.
Bisher waren Innovationen auf dem Gebiet der Verbindungstechnik hauptsächlich in den Bereichen Produkte und Prozesse zu finden. Doch den höchsten Kostenanteil verursachen die Services. Hier bietet sich eine dritte Möglichkeit an, die Kosten mächtig zu senken: das komplette Outsourcing von Engineering, Einkauf, Logistik und Qualitätssicherung für Befestigungselemente an sogenannte Fastener Service Provider (FSP).
Umgesetzt wird dieses Konzept bereits seit 1999 für das Ford-Werk in Genk und seit 2001 für die weiteren Ford-Werke in Saarlouis und Valencia. Dafür haben die Gruppen A Raymond als Spezialisten für Klips- und Klebetechnik und Kamax als Spezialisten für hochfeste Schrauben eigens ein 50/50 JointVenture gegründet - die Firma Facir & Cie GCV. In den Ford- Werken ist es durch 4eren produktorientierte Gestaltung der Einkaufs- und  Lieferprozesse bei gleichzeitiger Reduzierung der Komplexität zu erheblichen Kosteneinsparungen gekommen.
Durch die Übertragung der kompletten Verantwortung an einen FSP konnten Ziele für die Anzahl an Varianten und die Kosten bezogen auf die gesamte Stückliste vereinbart werden.
Komplexität und Kosten reduzieren
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Das Engineering ist ein entscheidender Baustein, um spätestens zwei Jahre vor dem StartofProductioIl (SOP) die Komplexität zu verringern. Doch in der Praxis werden Ziegerade unmittelbar vor dem SOP oder in der Anlaufphase immer wieder noch sehr kurzfristig Lösungen gesucht. Während dieser Phase erhöhen die Lieferanten die Besuchsfrequenz, und jeder unter Zeitdruck stehende Entwicklungsingenieur ist froh, sein Befestigungsproblem möglichst schnell vom Tisch zu bekommen. Dies führt zwangsläufig zu einer Erhöhung der Variantenvielfalt.
Durch Nominierung eines einzigen Systemlieferanten für die Verbindungstechnik einer gesamten Plattform mit klaren Zielvorgaben kann hier gegengesteuert werden. Wichtig ist, dass der Systemlieferant beim OEM in den Freigabeprozess mit eingebunden ist. Zu diesem frühen Zeitpunkt kann er tatsächlich noch eine Variantenreduzierung erreichen.
Und eine Reduzierung der Komplexität führt letztlich auch zu der gewünschten Kostenreduzierung.
Regelmäßige Bandbegehungen decken
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die Einsparpotenziale auf
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Bandbegehungen haben sich in den vergangenen Jahren als sehr effektives Instrument bewährt. Diese wurden bei verschiedenen Fahrzeugherstellern und deren Systernlieferanten durchgeführt. Dabei wurde beispielsweise deutlich, dass das Anschrauben von Komponenten wie Haltegriffen, Sonnenblenden usw. in der Endmontage-Linie sehr zeit- und damit kostenintensiv ist. Ein vom FSP entwickelter innovativer Clip aus Federbandstahl erfüllt die Anforderungen mindestens ebenso gut, kann aber bereits arn Dachhimmel vormontiert werden.
Ein weiteres Beispiel, wie durch Innovation die Teilevielfalt eingedämmt werden kann, zeigt eine GurtschlossSchraube mit integriertem Sicherungsclip. Wurden bislang bei deren Montage Schrauben mit unterschiedlichen Abstandhaltern und Unterlegscheiben verwendet, die noch dazu an einer schlecht zugänglichen Stelle montiert werden mussten, erleichtert heute eine neue Schraube diese Arbeit. Die Sicherungselemente sind hier bereits in einen Clip integriert, der unverlierbar vormontiert ist. Statt aus fünf Teilen besteht die neue Lösung nur noch aus zwei Teilen, und es kann kein Teil mehr in der falschen Reihenfolge montiert werden.
Die Materialzuführung vereinfachen
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In der Elektronikbranche werden Kleinteile schon seit längerer Zeit in Magazinform oder auf Rollen aufgewickelt angeliefert. Das vereinfacht deren automatisierte Verarbeitung in der Montage.
A Raymond hat nun ein System entwickelt, bei dem Transportbänder rechts und links von Kunststoff-Clipsen mit angespritzt werden und eine Verzahnung aufweisen.
Mithilfe der endlos gefertigten Teile ist jetzt eine automatische Weiterverarbeitung der Kunststoff-Clipse mittels Montagepistole möglich. Vor zwei Jahren wurde die erste  entsprechende Serienanlage erfolgreich bei einem Automobilhersteller in Betrieb genommen.
Dort werden seither Kunststoff-Spreizniete endlos von einer Rolle in eine vollelektrische Montagepistole geführt.
Der Leiter F&E der Raymond Gruppe, Dr. Lesserm eint hierzu:»Tendenziell wird das Schüttgut in der Automobilindustrie in Zukunft mehr und mehr zurückgedrängt. Diese Kleinteile werden verstärkt zu Modulherstellern von Instrumententafeln, Innenverkleidungen, Kabelbäumen etc. verlagert, wo sich Kleinteile einfacher und kosten günstiger automatisiert montieren lassen.« Auch bei der Zuführung von Schrauben gibt es vielerorts erhebliches Verbesserungspotenzial. Die mangelhafte Ausrichtung von Schraubenund Mutternachsen führt nicht selten zur Zerstörung des Gewindes. Hier hilft das mittlerweile weltweit freigegebene »MAThread-Verfahren « (MA steht für den englischen Begriff Mis-Alignement), bei dem verkantete Schrauben ausgerichtet werden.
Komplexitätsminderung durch neues Klebeverfahren
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Kompetente FSP scheuen sich auch nicht vor einem Wechsel des Fügeverfahrens.
Auch so kann die Komplexität mitunter deutlich reduziert werden. Das gilt vor allem dann, wenn beim ursprünglichen Fügeverfahren mehrere Einzelteile erforderlich waren. Seit  nunmehr  sechs  Jahren  ist  beispielsweise  der  eigens von A Raymond angeentwickelte, schnell härtende Strukturklebstoff »Techbond PUR« bei etwa fünf Millionen Fahrzeugen im Serieneinsatz.
Er erlaubt dem FSP seinen Kunden mechanisches Befestigen (Clip), strukturelles Befestigen (Kleben) und auch den kompletten Klebeprozess zusammen aus einer Hand anzubieten.
A. Raymond GmbH & Co. KG. Lörrach
Tel.(00 49) O7621/174-0
http://www.araymond.com//