Automobil-Produktion - February 2007


Datum : 02/28/07 | Kategorie : Presseartikel

Clipsen schneller als Schrauben. Innenraum-Verkleidungen werden laut Befestigungsspezialist A Raymond künftig vermehrt mit Clipsen aus Federbandstahl statt mit Schrauben montiert. Auch Premiumhersteller machen davon Gebrauch und reduzieren damit Montagezeiten sowie die Anzahl der zu montierenden Bauteile.

Ford, Volvo und DaimlerChrysler - mit Start in der neuen S-Klasse - vereinfachen und beschleunigen die Montage von Innenraumteilen wie beispielsweise die des Dachhimmels. Clipsen statt Schrauben heißt die Devise. Besonderer Beanspruchung unterliegen dabei die sichere Befestigung aller Haltegriffe, auf die die höchsten Kräfte wirken. Metall statt Kunststoff Außer einer kürzeren Montagezeit sparen die Hersteller laut Befestigungsspezialist und -anbieter A Raymond mehrere Einzelteile. Eine Schraube ist zwar auch noch im Clip vorhanden, aber nur damit im Servicefall oder beim Recycling der Haltegriff einfach vom Clip zu trennen ist. Die Clips fertigt A Raymond aus Federbandstahl - entgegen Lösungen aus kostengünstigem Kunststoff. "Moderne Kunststoffe leisten viel und können für verschiedenste Einsätze maßgeschneidert werden - aber unter Belastung und Temperatur fließen sie und erzeugen in letzter Konsequenz Spiel und damit Geräusche", erklärt Hans-Jürgen Lesser, Geschäftsführer bei A Raymond. Damit das verwendete Stahlband die extremen Belastungen von bis zu 120 Kilogramm aushalten kann, muss es speziell behandelt werden. Der Federstahl wird in noch weichem Zustand in Form gebracht. Dann erfährt er eine Wärmebehandlung bei ungefähr 900 Grad Celsius. Anschließend schreckt man ihn in einem etwa 300 Grad Celsius heißen Salzbad ab. Durch diese Behandlung erhält der Stahl eine so hohe Zugfestigkeit. dass auch ein schwergewichtiger Beifahrer den Griff nicht abreißen kann. Zum Abschluss bekommt der Stahl dann noch eine Schutzbeschichtung gegen Korrosion. Die Clips müssen nicht. nur halten, sondern sollten sich auch möglichst leicht montieren lassen. Damit Werker keine entzündeten Gelenke bekommen, darf das Eindrücken der Clipse nicht zuviel Kraft erfordern. Deshalb ist er so konstruiert, dass der Arbeiter im Schnitt nicht mehr als 50 bis 100 Newton pro Clip aufwenden muss. Außerdem muss der Griff so fest sitzen, dass er nicht von einem sich öffnenden Airbag herausgedrückt werden kann. Um zu zeigen, dass er dieser hohen Beanspruchung gewachsen ist, absolviert der Clip alle erforderlichen Airbag-Schussversuche der Fahrzeughersteller. Clips unterstützen Vormontage "Schrauben durch Clips ersetzen ist ein allgemeiner Trend", so Dr. Lesser. Die Schrauben werden als Schüttgut geliefert, sie müssen herausgenommen, angesetzt und eingedreht werden und manchmal ist noch eine Prüfung nötig, ob sie fest sitzen. Das sind alles Vorgänge, die Zeit und damit Geld kosten. Der Clip dagegen wird schon vormontiert geliefert und muss einfach nur eingerastet werden. Das Clipsen bringt noch weitere Vorteile: Bei Ford werden die Dachhimmel-Verkleidungen schon mit Haltegriffen vormontiert geliefert und einfach nur eingerastet. "Der Trend, möglichst viele Montageumfänge in separaten Modulen vorzumontieren ist ungebrochen", bestätigt Dr Lesser. Denn die bessere Zugänglichkeit führt zu kürzeren Fertigungszeiten, außerdem sind die Lohnkosten beim Zulieferer niedriger. Und damit können massiv Kosten eingespart werden. Dr. Barbara Stumpp